Quartiersmanagement: Was versteht man darunter?

Was ist Quartiersmanagement?
Es liegt bislang keine einheitliche Definition des Begriffs Quartiersmanagement vor.

Das Deutsche Institut für Urbanistik (DIFU) versteht den Begriff wie folgt: „Quartiersmanagement ist der systematische Aufbau selbsttragender und nachhaltig wirksamer Strukturen in einem Wohngebiet, die zur Verbesserung der Lebensverhältnisse beitragen.“

Quartiersmanagement meint kein einheitliches Konzept oder gar „Patentrezept“ das für jedes Quartier, sprich beispielsweise eine Gemeinde, gleichermaßen angewendet werden kann. Sondern es muss passgenau zugeschnitten und in die Gegebenheiten vor Ort eingepasst sowie an die vorliegenden Bedarfe angepasst werden.

Im Kern geht es immer darum die Lebenssituation vor Ort positiv zu gestalten. Wichtig ist es dabei die Bürgerinnen und Bürger stets mit einzubeziehen. Sie sollen beteiligt und aktiviert werden. Zudem kooperiert das Quartiersmanagement mit lokalen Einrichtungen und Trägern. Damit sind konkret örtliche Vereine, Schulen, Kindergärten, Jugendtreffs, Altenheime, Gruppierungen aller Art, Dienstleister, Gemeindeverwaltung und weitere gemeint. Sie werden in Form von Netzwerken alle zusammen an einen Tisch gebracht.

Was versteht man unter einem Quartier?

Was Menschen unter dem Begriff „Quartier“ verstehen ist sehr unterschiedlich. Die Vorstellungen reichen vom militärischen Lager über einen Stadtteil oder eine Gemeinde, einen Ort, bis hin zur Gemeinschaft, zum Sozialraum und zur Nachbarschaft. Auch in der Wissenschaft existieren unterschiedliche Definitionen. Diese gehen jedoch immer über ein rein räumliches Verständnis hinaus.

Im Kern geht es bei dem Begriff „Quartier“ um einen vom persönlichen Alltag geprägten, überschaubaren Raum[1].

Ein Quartier…

  • hat keine fest definierte Größe, ist aber überschaubar
  • basiert auf räumlichen und kulturell-sozialen Gegebenheiten (u.a. gewachsene Beziehungen, Zugehörigkeitsgefühl, informelle Aktivitäten bspw. in Vereinen)
  • zeichnet sich durch eine eigenständige bauliche, infrastrukturelle soziale Vielfalt aus
  • kann ebenso heterogen sein, wie die Bewohnerschaft

Was ist ein Quartiersmanager und welche Aufgaben hat er?

Der oder die Quartiersmanager*in plant und steuert möglichst alle Aktivitäten der Quartiersentwicklung für das definierte Quartier, sprich das Viertel/ den Ort. Zu diesen Aufgaben gehört z.B. eine Sozialraumanalyse durchzuführen, Netzwerkpartner zu ermitteln und mit diesen vor Ort in lokalen Verantwortungsgemeinschaften zusammenzuarbeiten, Bürgerinnen und Bürger zu aktivieren, sich an der Ortsentwicklung zu beteiligen, Maßnahmen zur Quartiers-/ Ortsentwicklung zu steuern und die Öffentlichkeit zu informieren.

Der oder die Quartiersmanager*in ist also als „Kümmerer“  zu verstehen, den es für die Umsetzung des Quartiersmanagements unbedingt braucht.


[1] Zeit im Quartier. Gemeinsam Lebensqualität gestalten, 2018, S. 10f