Gemeinde

Historisches

Am 6. Mai 1025 stellte Kaiser Konrad II. Schwarzenbruck eine Urkunde aus und befreite dadurch die Gemeinde vom anonymen Dunkel der Geschichtslosigkeit; genau ein Vierteljahrhundert ehe Konrads Sohn, Heinrich III., erstmals den Namen Nürnbergs erwähnte. Die Urkunde entstand auf dem Wege des Kaisers Konrad von Regensburg nach Hessen und läßt daraus schließen, dass die alte Handelsstraße, an der später auch Nürnberg entstand, ursprünglich über eine Furt in der Schwarzach bei Schwarzenbruck führte.

Die verkehrsgünstige Lage, die vorzüglichen Verbindungen zur nahen Großstadt Nürnberg und seine angenehme landschaftliche Umgebung erklärt die Anziehungskraft Schwarzenbrucks. Der Ort ist umgeben vom Lorenzer Reichswald. Seine Bach- und Flusstäler stellen ein ideales Erholungsgebiet dar.

undefinedEiner der Hauptanziehungspunkte ist zweifellos die etwa 2 km lange Schwarzachklamm zwischen dem Ortsteil Gsteinach und dem Brückkanal, ein historisches Bauwerk, das den Ludwig-Donau-Main-Kanal über die Schwarzach führt. 

Der Bahnhof im Ortsteil Ochenbruck verbindet die Gemeinde sowohl mit der benachbarten Großstadt Nürnberg als auch in Richtung Regensburg, Passau und Wien.

undefinedZur Gemeinde Schwarzenbruck gehören neben den inzwischen nahtlos zusammen- gewachsenen Ortsteilen Schwarzenbruck, Gsteinach und Ochenbruck auch Rummelsberg (seit 1971), Altenthann, Lindelburg und Pfeifferhütte (alle seit 1972). Seiner reizvollen Lage an der Schwarzach verdankt die Siedlung ihre Entstehung. Das sog. „Petz`sche Schloss", das als Wasserschloss auf einem Sandsteinfelsen neben der Schwarzachbrücke errichtet wurde, dürfte die Urzelle des Ortes sein. Zwei Jahre vor seiner Krönung zum deutschen Kaiser weilte König Konrad II. hier, das besagt eine Urkunde aus dem Jahre 1025. Das Schloss, so wie es heute steht, wurde im Jahre 1562 durch Sigmund Pfinzing erbaut und ist seit 1876 im Besitz der Herren Petz von Lichtenhof. Gegenüber ließ Bleistiftfabrikant Freiherr von Faber im vorigen Jahrhundert ein zweites Schlösschen im Renaissance-Stil errichten.

undefinedAn der Hauptstraße stehen sich die Kirchen beider Konfessionen gegenüber. Die hellverputzte, 1954 eingeweihte katholische St.-Josephs-Kirche birgt unter anderem eine geschwärzte Kreuzigungsgruppe, die früher an der Außenseite einer Kapelle in Mögeldorf angebracht war.


Auf der Anhöhe gegenüber steht neben dem Friedhof die evangelische „Martin-Luther-Kirche". Sie ist aus rotem Burgsandstein gebaut und den Turm ziert ein schönes Fachwerkobergeschoss. Das Deckengemälde auf dem Tonnengewölbe stellt einen Lebensbaum mit Szenen aus der Schöpfungsgeschichte dar. Der Altar zeigt die fünf törichten und fünf klugen Jungfrauen.

Seit 1662 hat Schwarzenbruck eine eigene Schule, zuvor mussten die Kinder der drei Hauptorte nach Wendelstein bzw. Feucht. In den letzten Jahrzehnten ist die Gemeinde enorm gewachsen, die Bevölkerung ist innerhalb von 20 Jahren von 3000 auf 8000 Einwohner hochgeschnellt. Der hohe Wohn- und Freizeitwert führt auch viele Erholungssuchende her. Die Sportanlagen, der Fitness-Parcours, der wasserwirtschaftliche Lehrpfad, die vielen Spazier- und Wanderwege, Kinderspielplätze, Liegewiesen und andere Freizeitanlagen bieten für jeden etwas.

Die Gemeinde Schwarzenbruck liegt nicht nur in sehr angenehmer Umgebung, auch die verkehrsgünstige Lage zur nahen Großstadt Nürnberg ist zu erwähnen. Durch den Bahnhof Ochenbruck ist Schwarzenbruck an die Bahnlinie Nürnberg- Regensburg angeschlossen, außerdem liegt der Ort an der Bundesstraße 8 Nürnberg - Neumarkt und nahe der Autobahn München - Berlin - Würzburg.

"Ochenbruck"

bildet zusammen mit Schwarzenbruck und Gsteinach den Kern der Großgemeinde Schwarzenbruck. Der Ort entstand aus einer Forsthube, einem Gut, das Bau- und Brennholz unentgeltlich aus dem Reichswald entnehmen durfte. Der Name soll von „Haochabruck", einer hohen Straßenbrücke kommen. Urkundlich aber wird der Ort 1322 als „Achenbruck" erwähnt, was soviel wie Brücke über die Schwarze Ache bedeutet. Diese Version dürfte der Wirklichkeit näher sein. Hier an der alten Handelsstraße Nürnberg - Neumarkt - Regensburg, errichteten 1487 die damaligen Gutsbesitzer, die Familie Seidenschuher, einen Eisenhammer und eine Schenkstatt (Wirtshaus). Seit der Eröffnung der Bahnstrecke Nürnberg- Regensburg im Jahre 1871 ist Ochenbruck Bahnstation und so wuchs die Siedlung allmählich mit dem nahegelegenen Schwarzenbruck nahtlos zusammen. Erst 1984 wurde mit der Bebauung am Frauenfeld zwischen Bahnhof und Bundesstraße begonnen. Das Rathaus der Gemeinde befindet sich übrigens im Ortsteil Ochenbruck.

"Gsteinach"

gehört schon immer zur Gemeinde Schwarzenbruck, zählte aber in früheren Jahren nur wenige Wohnhäuser. Bekannt war Gsteinach durch das Granitwerk Lauterbach, das an der Schwarzach betrieben wurde. Das Werk ist seit einigen Jahren nicht mehr in Betrieb und die Werkhallen abgebaut.

Gsteinach ist in den 70er Jahren enorm gewachsen und zählt heute 1.225 Einwohner, die überwiegend in Einzel- oder Reihenhäusern wohnen. In Gsteinach befindet sich auch das Wasserwerk der Gemeinde, sowie der Kanalisations-Zweckverband Schwarzachgruppe mit seiner Kläranlage. Sie ist für Schwarzenbruck, Burgthann und Teile von Altdorf zuständig und arbeitet auf dem neuesten Stand der Technik.

Von Gsteinach aus gelangt man auch beim ehemaligen Granitwerk ins schöne Schwarzachtal mit der Schwarzachschlucht, die als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist. Der Wanderweg führt auch an den beiden Höhlen (Karls-Höhle und Gustav-Adolf-Höhle) vorbei bis zum Brückkanal und seinem bekannten Biergarten.

"Rummelsberg"

Der Ortsteil Rummelsberg ist Sitz der Rummelsberger Diakonie. Zahlreiche Einrichtungen und Dienste der Altenhilfe, Erziehungseinrichtungen und Einrichtungen der  Berufsbildung  betreuen bayernweit in 66 Städten und Gemeinden täglich fast 14.000 Menschen. Mehr als  5.800 Mitarbeitende arbeiten in der Pflege, der Erziehung, der Ausbildung und in der Verwaltung. Somit zählt Rummelsberg zu den fünf größten Arbeitgebern im Landkreis Nürnberger Land.

Rummelsberg ist geistliche Heimat von über 1.250 Diakoninnen und Diakonen, die im Auftrag der Evang. Kirche in bayerischen Gemeinden, in der Diakonie und in unterschiedlichen sozialen Einrichtungen ihren Dienst tun.

Die Geschichte der Rummelsberger Diakonie begann im Jahr 1890 in Nürnberg als der Landesverein für Innere Mission die Diakonenanstalt gründete. Im Jahr 1905 zog man „in die Einöde Rummelsberg“ und begann dort mit der Erziehungsarbeit mit jungen Männern. Die ersten Gebäude aus der Zeit stehen noch heute: Das heutige Studienzentrum (Rummelsberg 35) war damals Sitz der „Rummelsberger Anstalten“ – einer Erziehungsanstalt und der Diakonenanstalt. Das heutige Haus der Diakoninnengemeinschaft (Rummelsberg 37) war damals Pfarrhaus und Verwaltungsgebäude.  Die Arbeit wuchs kontinuierlich. Neben Wohn- und Wirtschaftsgebäuden wurde 1927 die in Eigenleistung erbaute Kirche eingeweiht.

Die Kirchengemeinde Rummelsberg wurde erst im Jahr 2012 selbständig und betreibt den neu angelegten Naturfriedhof, auf dem nicht nur Diakoninnen und Diakone bzw. Mitarbeitende der Rummelsberger bestattet werden, sondern der auch ein beliebter Bestattungsort für Menschen aus der ganzen Region geworden ist.

Nähere Informationen finden Sie auf www.rummelsberger.de


"Pfeifferhütte"

undefinedverdankt seine Entstehung der Bettelhütte des blinden Michael Götz. Mit Genehmigung des markgräflichen Oberamtsmanns von Burgthann durfte er diese Behausung für sich und seine Familie unterhalb Lindelburg an der Straße nach Regensburg errichten. Um seine Frau und die fünf Kinder zu ernähren, stellte er „irdene Tabakpfeifen" her und so nannte man seine Behausung „Pfeifferhütte". Er beschäftigte sich aber auch mit der Herstellung von Kienöl und Wagenschmiere, deshalb taucht in allen Unterlagen auch der Name „Pechhütte" auf. Allmählich siedelten sich auch einige Handwerker und ein Wirt an und so wuchs die Siedlung. Für Bauern allerdings war der Boden zu dürr und unfruchtbar. Heute kreuzt die B8 (alte Straße nach Regensburg) den alten Ludwigskanal, der hier einen Knick macht. Die Bewohner sind meist Pendler. In der Nähe befindet sich ein Jugendheim des Schullandheimwerkes Mittelfranken. Bekannt ist auch der Pfeifferhütter Schützenverein, aus dem schon deutsche Meister hervorgegangen sind.

"Lindelburg"

hieß früher "Lindelberg", eine Burg stand wahrscheinlich nie hier. Im Testament des Nürnberger Hermann von Stein aus dem Jahr 1295 wird das Dörfchen erstmal erwähnt. 1367 standen hier sieben Höfe, 400 Jahre später waren erst 18 und 1837 insgesamt 27 Landwirtsfamilien. Schon seit 500 Jahren gibt es in Unterlindelburg ein Gasthaus. Noch drei Jahre nach der Eingemeindung war es der kleinste Ort der Gemeinde Schwarzenbruck. Aus dem reinen Bauerndorf wurde inzwischen eine weitverzweigte Siedlung, die sich vom Berg herunter bis nahe an den Hembacher Forst hinzieht.

"Altenthann"

ist heute ein Ortsteil der Gemeinde Schwarzenbruck. Bevor es 1504 nürnbergisch wurde, war es pfälzisch. Die Familie Grundherr von Weiherhaus kaufte 1535 mehrere Güter hier in Altenthann und nannte sich seither Grundherr von Weiherhaus und Altenthann. Die evangelische Pfarrkirche St. Veit ist heute noch vom tiefen Befestigungsgraben umgeben. Ihr viereckiger Turm mit der flachgedeckten Haube, einer sog. „Welschen Haube", schaut nur wenig über das Dach des Langhauses. Die Kirche war einst Filiale von Altdorf, 1610 erhielt sie einen eigenen Pfarrer. Frau Billhöfer, neben der Kirche schließt uns gerne auf und zeigt das Kircheninnere. Unter der Kreuzigungsgruppe des Altars eine etwas grob geschnitzte Abendmahlsgruppe. Auf der Tafel im Chorraum stehen die Namen der hier tätigen Pfarrer seit 1610. Bis zum Jahr 2000 besitzt die Familie Grundherr noch das Patronsrecht (Pfarrmitbestimmung) für dieses Gotteshaus. Neben der barocken Kanzel sehen wir das Grundherr´sche Wappen und zwischen den Fenstern an der Langseite befindet sich eine Kreuzigungsgruppe und St. Nikolaus. Der Flügelschrein unter dem mittleren Fenster erinnert an Maria Elisabetha, die Gattin von Ferdinand von Grundherr im 18. Jahrhundert. Beim Abendmahl kommen immer noch eine Hostiendose und ein Kelch aus dem Türkenkrieg von 1683 bis 1699 zu Ehren.